Warum eine Punktlichtquelle für ImagOn-Belichtung?

Mit ImagOn-Film kann man jedes beliebige Motiv als Radierung drucken. Man braucht bestimmte Materialien (siehe hier) eine Druckpresse und eine UV-Lichquelle (die ideal Wellenlänge beträgt 365 Nanometer) . Das Material kann man gern hier bestellen (die Druckpresse). OK, eine Druckpresse steht in einer VHS, einer Werkstatt oder bei einem befreundeten Künstler. Das Problem Druckpresse ist damit gelöst. 

Doch, woher bekommt man das UV-Licht. Die Sonne scheint ja auch manchmal im Winter. Aber das ist nicht wirklich zuverlässig und kaum reproduzierbar. Und da gibt es doch diese UV-Röhrengeräte, die Gesichtsbräuner oder Röhrengeräte für technische Dinge.

Ja es ist UV-Licht und ja es härtet ImagOn-Film (ein Polymerfilm), aber .....

Grafik über die Belichtung mit UV-Röhren
ImagOn-Film unter UV-Röhrenbelichtung

In dieser Grafik sieht man, dass die Strahlen der Röhren von allen Seiten kommen. So unterstrahlen sie auch die schwarz bedruckten Punkte des AquatintaScreens bzw. auch die kleinen schwarzen Punkte der Motivfolie. Dadurch wird im ungünstigsten Fall die gesamte Fläche gehärtet (der dunkle blaue Bereich, alles was durch die gelben Strahlen erreicht wird) und es entsteht keine schwarze Fläche im Druck. Besonders kleine Punkte (die sind verantwortlich für die Grauwerte im Druck) werden durch die Röhrenbelichtung unterstrahlt und verschwinden völig.


ImagOn-Film mit Punktbelichtung
ImagOn-Film mit Punktbelichtung

Punktlicht strahlt nur aus einer Richtung. Es gibt zwar manchmal auch Reflexionen, aber durch das fast parallele Licht der Punktlichquelle bleibt der Bereich unter den abgedeckten Flächen des AqutintaScreens bzw. den Punkten auf der Motivfolie weich. Und diese weichen Bereiche im ImagOn-Film können durch die Sodalösung (der Entwickler) herausgelöst werden.

 

Als Punktlichtquelle reicht schon eine relativ schwache UV-Lampe aus.

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Kommentare: 6
  • #1

    Getafix (Montag, 03 März 2014 09:47)

    ...wenn man denn nicht zu lange belichtet...

    Aufgrund der Wellennatur des Lichtes kommt es an den Kanten zu Beugungserscheinungen, die bei längerer Belichtung ebenfalls die dunklen Stellen belichten.

    s. z.B. hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Beugung(Physik)#Beispiele_f.C3.BCr_Beugung_an_Blenden

  • #2

    Rita Helmholtz (Montag, 03 März 2014 13:02)

    Ja, vielen Dank für den Kommentar, das ist absolut richtig. Dafür muss man ja zunächst einmal eine Belichtungsreihe mit dem AquatintaScreen machen, um die richtige Belichtungsdauer herauszufinden, bei dem diese Lichtbrechung keine Wirkung zeigt, d.h. die Flächen im Druck wirklich schwarz werden.

  • #3

    anna tinhof-zapletal (Montag, 03 März 2014 15:07)

    Ich bin mit Ihren Material sehr zufrieden. Habe bis jetzt keine Probleme.
    Was ich aber wissen will ist wie verwende ich Screen Filter wenn ich will
    Mezotinto machen.
    Danke

  • #4

    Rita Helmholtz (Montag, 03 März 2014 16:24)

    Hier auf dieser Seite (www.oktogon-printart.de/s-h-o-p/tiefdruck-intaglio/imagon-film) unten finden Sie diesen Text:
    Für die Mezzo-Intagliotypie
    (entspricht der Mezzotinto-Technik in der herkömmlichen Radierung - auch mezotinto)

    1. Die Trägerplatte mit ImagOn-Film laminieren.
    2. Die Platte mit dem AquatintaScreen belichten.
    3. Die Platte 9 Minuten in das Entwicklerbad legen. Dann noch einmal 30 Sekunden mit einem weichen Schwamm im Entwicklerbad nachentwicklen bis die rauhe Struktur an der Oberfläche fühlbar wird.
    4. Zur Neutralisation die Platte mit Essig besprühen, mit einem weichen Schwamm vorsichtig einreiben und abspülen.
    5. Auf die nasse, feuchte oder trockene Platte mit einem Pinsel SPEEDBALL SCREEN FILLER auftragen.
    Je dicker der Screen Filler aufgetragen wird, desto weisser wird diese Stelle. Wird der Screen Filler auf eine nasse oder feuchte Platte aufgetragen entsteht ein aquarellartiger Effekt. Man kann den schon angetrockneten Screen Filler abwaschen. Dann entstehen feine Linien auf der Platte. Man kann mehrere Lagen auftragen - die jeweilige Lage zunächst trocknen lassen.
    Wenn man die Platte mit Screen Filler auf einer Wärmeplatte oder mit dem Fön schnell und mit hoher Temperatur trocknet entstehen einzigartig Risse.
    6. Man kann dem Speedball Sceen Filler auch direkt auf die Druckplatte auftragen. Da er kleine körnige Teilchen enthält, kann die Druckfarbe darin haften.

  • #5

    anton horvath (Mittwoch, 03 Dezember 2014 18:51)

    habe eine Osram vitalux uv lampe
    habe mit 3 sec. und 5 sec. bezw. 10 sec. platten belichtet
    belichtungsreihe mit Aquatinta Screen
    kein Ergebnis erreicht platten zu hell
    lampenabstand 1m zur platte
    welche Lampe für die Belichtung währe die richtige?
    mit der Sonnenbelichtung geht's super leider scheint die im Herbst zu wenig.
    wie kann ich das Problem mit UV Lampe lösen.

  • #6

    Rita Helmholtz (Mittwoch, 03 Dezember 2014 19:08)

    Hallo Herr Horvath,
    es gibt mehrere Ursachen und somit Möglichkeiten etwas zu ändern.
    1. Versuch: eine Belichtungsreihe mit dem AquatintaScreen mit 5, 10, 15, 20, 25, 30, 35, 40, Sekunden. Bekanntlich kann man von der Platte NICHT schwarz drucken, wenn die Belichtungszeit zu kurz oder aber auch zu lang war.
    2. Falls die 3, 5, 10 Sekunden zu lang sein sollten, dann mehr Glas auf die Plate beim Belichten legen, denn Glas absorbiert UV-Licht zu einem gewissen Anteil.
    3. Den Abstand zur Lampe noch vergrößern.

    Wichtig ist, dass Sie die UV-Lanme VOR dem Belichten ca. 3 Minuten VOR-heizen, damit sie überhaupt UV-Licht abgibt.

    Würde mich freuen, wenn etwas davon helfen würde.